"Unsere Arbeit ist sehr abwechslungsreich" - 30 Jahre im Team roviva
Erinnerst du dich noch an deinen ersten Arbeitstag?
Ich erinnere mich an die Anfangszeit. Ich komme aus dem Kosovo und kam mit etwa 13 Jahren in die Schweiz. Zuerst habe ich zwei Jahre Deutsch gelernt. Dank einer sehr hilfsbereiten Lehrperson, die mich stark unterstützt hat, durfte ich nach der obligatorischen Schule bei roviva zwei Nachmittage probearbeiten. Nach den Sommerferien konnte ich dann anfangen.
Es war sehr streng – alles war neu, und die Arbeitstage waren im Vergleich zur Schule sehr lang. Trotzdem war ich froh, direkt nach der Schule eine Stelle gefunden zu haben.
Wie sah deine Arbeit damals aus – und was machst du heute?
Am Anfang war ich an der Steppmaschine tätig. Das war körperlich schwere Arbeit, weil man die Stoffe einspannen muss, und gleichzeitig sehr feine Arbeit, etwa beim Einfädeln der Fäden.
Heute bin ich stellvertretende Abteilungsleiterin. Ich bin zuständig für die Vorbereitung der Materialien, für die Zuschnitte der Deckblätter und dafür, dass genügend Material für die Steppmaschinen an Lager ist. Die Arbeit ist sehr abwechslungsreich – genau das gefällt mir.
Was gibt dir das Gefühl, am Ende des Tages gute Arbeit geleistet zu haben?
Wenn ich sehe, dass wir alles für das Tagesgeschäft erledigt haben. Und wenn ich sehe, was wir gemeinsam alles geleistet haben – das macht mich zufrieden.
Was hat sich in der Produktion und im Arbeitsalltag in den letzten 30 Jahren am meisten verändert?
Fast alle Maschinen sind neu. Sie sind effizienter und erleichtern die körperliche Arbeit deutlich. Trotzdem ist nach wie vor vieles Handarbeit. Zum Beispiel beim Zuschneiden der Deckblätter – also der Hüllen der Matratzen – für Spezialgrössen wird immer noch alles von Hand gemacht.
Was schätzt du am Team und an der Unternehmenskultur besonders?
Wir sind ein Team aus verschiedenen Kulturen, und alle respektieren einander. Niemand wird laut, und die Zusammenarbeit ist sehr angenehm.
Ich schätze auch die kleinen Zeichen der Wertschätzung – wenn gesehen wird, was wir leisten. Und die Flexibilität ist mir wichtig: Dass ich auch mal spontan während des Tages einen Termin wahrnehmen kann.
Was motiviert dich auch nach 30 Jahren, jeden Tag zur Arbeit zu kommen?
Ich könnte jetzt sagen: die Ferien oder die Pausen (lacht). Aber ehrlich gesagt arbeite ich wirklich sehr gerne hier. Ich mag die Abwechslung und den Austausch mit den Mitarbeitenden. Es gibt eigentlich keine langweiligen Tage – oft merkt man gar nicht, wie schnell es Abend wird.
Gibt es ein bleibendes Erlebnis, das dir besonders in Erinnerung geblieben ist?
Ja, der Jubiläumsausflug zum 275-Jahr-Jubiläum war wunderbar. Wir waren zwei Tage unterwegs und konnten uns auch einmal in einem ganz anderen Umfeld erleben. Das war etwas Besonderes.
Was wünschst du dir für die kommenden Jahre – persönlich oder beruflich?
Ich wünsche mir vor allem, gesund zu bleiben und weiterarbeiten zu können. Ich arbeite gerne, und es fehlt mir sogar, wenn ich einmal krank bin.
Früher habe ich Handball gespielt. Heute gehe ich oft und gerne spazieren oder schwimme ein paar Längen in der Badi – das tut mir gut.
Danke Shyhreta für das Gespräch und die vielen persönlichen Einblicke in 30 Jahre bei roviva.