"Ohne Handarbeit geht es nicht" - 30 Jahre im Team roviva
Erinnerst du dich noch an deinen ersten Arbeitstag?
Ja, sehr gut sogar. Vor dem eigentlichen Start habe ich eine Woche Probe gearbeitet. In dieser Zeit habe ich unter anderem Rosshaar aufgedreht, um zu schauen, ob ich allergisch reagiere. Mein erster offizieller Arbeitstag war dann der 1. Februar.
Was bedeutet dir die Arbeit in der Matratzenproduktion?
Wenn ich zurückschaue, war mein Arbeitsalltag von Anfang an sehr abwechslungsreich. Zuerst habe ich Schaumstoffe herausgegeben, in der Spedition Schaumstoffe für die Kunden gerüstet, Päckli gemacht und Rosshaare aufgedreht. Besonders der Kundenkontakt beim Herausgeben der Schaumstoffe hat mir gefallen, weil ich vorher im Detailhandel gearbeitet habe und den Austausch geschätzt habe.
Später habe ich zur Leimstrasse der Matratzenkerneproduktion gewechselt. Das war eine ganz andere Arbeit – deutlich mit mehr körperlichem Einsatz körperlicher. Die Kerne mussten gehoben und exakt platziert werden, und auch wenn vieles heute automatisiert ist, bleibt es anstrengend. Diese Zeit war intensiv, aber sie hat mir auch gezeigt, wie viel Handarbeit trotz Maschinen nötig ist.
Nach einer gesundheitsbedingten Zwangspause, in der ich längere Zeit gar nicht oder nur eingeschränkt arbeiten konnte, war der Wiedereinstieg ein wichtiger Moment für mich. Durch abwechslungsreiche Tätigkeiten und abteilungsübergreifende Einsätze konnte ich Schritt für Schritt wieder in den Arbeitsalltag zurückfinden. Besonders der Kontakt zum Team hat mir während meiner Abwesenheit gefehlt – umso mehr schätze ich ihn heute.
Jetzt bin ich sehr zufrieden mit meiner Tätigkeit. Sie ist körperlich weniger anstrengend und bleibt abwechslungsreich.
Was gibt dir das Gefühl, am Ende des Tages gute Arbeit geleistet zu haben?
Wenn ich sehe, was ich gemacht habe, und weiss, dass jeder Handgriff gepasst hat. Auch wenn Maschinen unterstützen – ohne Handarbeit geht es nicht. Und genau das macht für mich gute Arbeit aus.
Was hat sich in der Produktion und im Arbeitsalltag in den letzten 30 Jahren am meisten verändert?
Eigentlich fast alles. Früher waren die Matratzenkerne viel einfacher, heute sind sie deutlich komplexer. Auch beim Leimen hat sich viel getan: zuerst hauptsächlich von Hand, dann halbautomatisch, heute über eine grosse automatische Leimstrasse.
Was schätzt du am Team und an der Unternehmenskultur besonders?
Den Zusammenhalt. Der ist heute besser als früher. Es wird abteilungsübergreifend geholfen und gesprochen, man bekommt Einblick in andere Bereiche. Das macht den Alltag abwechslungsreicher und man fühlt sich als Teil des Ganzen.
Was motiviert dich auch nach 30 Jahren, jeden Tag zur Arbeit zu kommen?
Ganz klar die Abwechslung und das Team. Während meiner gesundheitlichen Probleme habe ich gemerkt, wie sehr mir der Austausch gefehlt hat. Heute habe ich wieder eine Tätigkeit, die zu mir passt, und Kollegen, mit denen man reden und lachen kann. Das motiviert enorm.
Was wünschst du dir für die kommenden Jahre – persönlich oder beruflich?
Vor allem gesund zu bleiben und wenn möglich bis zur Pension bei roviva weiterarbeiten zu können. Ich schätze die Nähe von Wohn- und Arbeitsort sehr. In der Freizeit bin ich viel draussen – im Sommer schwimmen, spazieren an der Aare oder im Wald oder als Beifahrer auf dem Töff. Das gibt mir den nötigen Ausgleich.
Danke Regina für das Gespräch und die vielen persönlichen Einblicke in 30 Jahre bei roviva.