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Louis XV und die Matratzen aus dem Oberaargau

Die roviva wĂŒrde heute nicht da stehen, wo sie es tut, wenn das Unternehmen nicht seine Geschichte hĂ€tte. Denn in 275 Jahren bestimmten stetige VerĂ€nderung und Weiterentwicklung den Betrieb. So wurde aus einer Rosshaar-Spinnerei, wo in mĂŒhseliger Handarbeit geackert wurde, ein innovatives Unternehmen – Grossbrand mit Neubeginn vor 45 Jahren inklusive. Doch alles der Reihe nach: Im zweiten Teil unseres JubilĂ€umsblogs erfahren Sie mehr.

Wie der französische Adel die Schweizer Matratzen-Industrie inspirierte

1748 grĂŒndete der damals 33-jĂ€hrige Johannes Roth in Wangen an der Aare eine Rosshaar-Spinnerei, die erste dieser Art in der Schweiz. Die Anregung zur GrĂŒndung gaben ihm die im benachbarten Solothurn ein- und ausgehenden französischen Gesandten von König Louis XV: Der französische Adel schlief zu dieser Zeit hochwertigen Matratzen aus Rosshaar und liess auch seine Palais‘ und Botschaften in der Ambassadorenstadt Solothurn, wo wĂ€hrend des Ancien Regime zwischen 1530 und 1792 der französische Botschafter residierte, entsprechend ausstatten. Dem eiferten die hiesigen nobleren Patrizierfamilien in der Region nach.

Vom Rosshaar zur Matratze

Der Herstellungsprozess von Polstermaterial aus Rosshaar war aufwĂ€ndige und beschwerliche Handarbeit: In der WĂ€scherei wurden die Rosshaare im sogenannten Levian mit Seife heiss gewaschen. Nach dem Waschen und Desinfizieren unter Druck und hohen Temperaturen im Autoklaven wurden die Rosshaare nach QualitĂ€ten und Farben sortiert sowie auf grossen Kardiermaschinen gestreckt und parallel angeordnet. Daraus entstand ein Rosshaarstrang, dessen KrĂ€uselung sich fĂŒr die Verwendung als Polstermaterial fĂŒr Sitzgelegenheiten, Liegekissen und Matratzen eignete. Roth belieferte damit Sattler und Tapezierer sowie Polstermöbel-Hersteller in der Region.

Die Entwicklung der Rosshaar-Spinnerei in fĂŒnf Generationen

1820, mittlerweile in der dritten Generation, folgte eine signifikante Weiterentwicklung des Betriebs: Johannes Jakob Roth nahm wesentliche Um- und Neubauten vor und lĂ€utete mit der Inbetriebnahme der ersten Dampfmaschine die technische Entwicklung ein. Mit der vierten Generation unter Johannes Jakob Roth wurde die Produktionspalette ein erstes Mal diversifiziert: Neben der Rosshaar-Spinnerei entstanden in einem neuen FabrikgebĂ€ude eine FĂ€rberei sowie eine Bleicherei. Ausserdem wurde in einem Nebenzweig Schafschurwolle zu Polstervlies verarbeitet. Mit der fĂŒnften Generation ĂŒbernahmen drei BrĂŒder das Ruder: Jakob, Julius und Karl Roth. Jakob war als Ingenieur fĂŒr die technische Leitung des Betriebs verantwortlich. Ausserdem trug er als Politiker, er war GemeindeprĂ€sident, Grossrat und Nationalrat, massgeben dazu bei, das mit der LinienfĂŒhrung der GĂ€ubahn von Olten ĂŒber Wangen an der Aare nach Solothurn der Familienbetrieb eine Anbindung ans Bahnnetz erhielt. Julius verstarb frĂŒh an einem Lungenleiden, worauf mit Karl der jĂŒngste Bruder die kaufmĂ€nnische Leitung ĂŒbernahm. 1879 wurde aus der Einzelfirma eine Kollektivgesellschaft und die «Jacob Roth & Cie» 1892 schliesslich im Handelsregister eingetragen.

Goldmedaille fĂŒr technischen Fortschritt

Die sechste Generation der Familie Roth – mit Paul (der frĂŒh verstirbt), Jakob und Adolf wiederum drei BrĂŒder – fĂŒhrte das Unternehmen ins 20. Jahrhundert. Nun wurden Rosshaar fĂŒr die BĂŒrstenindustrie und Schweineborsten fĂŒr die Pinselfabrikation. Ausserdem wurde das Unternehmen entscheidend ausgebaut und modernisiert. 1895, 1906, 1907 und 1912 wurden Bauten fĂŒr die Pferdehaar-Spinnerei und Wollfabrikation erstellt und 1899 wurden die elektrische Beleuchtung installiert und der Betrieb schrittweise elektrifiziert. Der kontinuierliche Fortschritt blieb in der aufblĂŒhenden Industrienation nicht unbeachtet: Die «Pferdehaar-Spinnerei Jacob Roth & Cie» gewann an den Schweizerischen Landesausstellungen von 1896 in Genf und 1914 in Bern je eine Goldmedaille. 1928 wurde fĂŒr damals ĂŒber 100'000 Franken ein viergeschossiges Speditions- und Lagerhaus erbaut. Architekt war Alfred Roth, Sohn von Adolf, der lĂ€ngere Zeit die rechte Hand von Le Corbusier war.

Suche nach Innovation

Auf der stetigen Suche nach Innovation und Weiterentwicklung reiste Paul Roth, der das Unternehmen mit seinem Bruder Heinrich seit 1927 in siebter Generation fĂŒhrte, mit seinem Vater Adolf nach DĂ€nemark und Schweden. Dort studierten sie die Herstellung des sogenannten Formhaares oder gummierten Haares, wobei das Ausgangsmaterial unter Zugabe von Latex vulkanisiert wurde. Die neuzeitliche Produktionsform wurde auch in Wangen an der Aare eingefĂŒhrt.

Der Wandel zur industriellen Fertigung

Mit Peter Paul Roth ĂŒbernahm 1958 die achte Generation das Unternehmen, die massgeblich die Weichen fĂŒr die Zukunft stellte. Der Vater von Peter Patrik Roth, des aktuellen GeschĂ€ftsleiters und Inhabers baute das Unternehmen vom Zulieferanten zum Fabrikanten von fertigen Produkten um. Damit reagierte er auf den Strukturwandel der Schweizer Industrie, welcher Unternehmen, die sich vor VerĂ€nderungen verschlossen, in ihrer Existenz bedrohte. Schliessungen von ProduktionsstĂ€tten wichtiger Kunden und der Niedergang der Textilindustrie erzwangen einen radikalen Umbau. Die Rosshaarmatratze wich der neuartigen Federkern- und spĂ€ter Schaumstoff- oder Latexschaumkern-Matratze und einer verstĂ€rkt industriellen Fertigung. 1966 ĂŒbernahm Peter Paul Roth die Generalvertretung fĂŒr Naturlatex von Dunlop (GB) und schuf die Marke roviva. Neben der Matratzenherstellung orientierte sich das Unternehmen nun an Gesamtlösungen bzw. Bettsystemen. Auf dem Weg zum modernen Betrieb ereilte das Unternehmen am 15. Juni 1978 jedoch ein schwerer Schicksalsschlag: Ein Grossbrand, bei dem ĂŒber 200 Feuerwehrleute im Einsatz standen, zerstörte rund die HĂ€lfte der GebĂ€ude und Produktionsanlagen. Statt die Firma aufzugeben, stieg die roviva Phoenix aus der Asche gleich empor: Peter Paul Roth liess etliche GebĂ€ude neu erstellen, sanierte andere und konzipierte die Produktion komplett neu.

Anlaufstelle fĂŒr gesunden und erholsamen Schlaf

Bis 2008 leitete Peter Paul Roth, ab 2001 gemeinsam mit seinem Sohn Peter Patrik Roth, die Geschicke der roviva. Bis dahin verantwortete er die stetige Weiterentwicklung des Unternehmens, realisierte Neubauten fĂŒr BĂŒros, Produktion und Logistik/Spedition und sorgte dafĂŒr, dass die ProduktionsablĂ€ufe stets auf dem neuesten Stand waren. So ist die roviva Anlaufstelle fĂŒr alle Fragen rund um gesunden, erholsamen Schlaf.

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