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Fachexkursion der Gewerblich Industriellen Berufsschule Solothurn

Nur trockene Theorie und stundenlanges Herumsitzen im Schulzimmer? Nicht für die 20 Wohntextilgestalterinnen des Berufsbildungszentrums Solothurn-Grenchen! Ihr Fachlehrer, Daniel Zaugg, organisierte am 26.10.2016 kurzerhand eine Fachexkursion in die roviva. Vielen war der Name roviva nicht unbekannt – arbeiten doch die meisten der Auszubildenden bei einem roviva-Fachhandelspartner.

Nach einem kleinen Apèro im Glashaus erwartete die jungen Damen einen kurzen aber prägnanten Einblick in die Geschichte und Tradition der Matratzenherstellung – vorgetragen vom Inhaber, Peter Patrik Roth, persönlich. Der anschliessende Firmenrundgang startete in der hauseigenen Näherei. Die Gruppe blickte unseren geschulten Näherinnen über die Schultern und waren fasziniert von der präzisen und schnellen Handarbeit. Besonders das genaue Einnähen der Reissverschlüsse blieb den angehenden Textilgestalterinnen in Erinnerung. Weiter ging der Rundgang in der Matratzenkernproduktion, in welcher die Schaumstoffblöcke zugeschnitten, geformt und geklebt werden. An allen Stationen hatten die Auszubildenden Gelegenheit, die Materialien zu fühlen, zu vergleichen und zu ertasten und waren erstaunt über die Vielfältigkeit der verarbeiteten Materialien. Aufgefallen sind hier unsere Naturpolsterauflagen aus Tussah-Seide, Baby-Kamelhaar und Schweizer Schafschurwolle, welche für den Feuchtigkeits- und Temperaturausgleich in der Matratze sorgen. Auch die hohe Quantität der produzierten Matratzen sorgte für erstauntes Gemurmel. Einer der eindrücklichsten Punkte war, laut Feedback der Auszubildenden, der Handarbeitsanteil der Fabrikation. Viele Arbeitsschritte werden per Hand oder mit Hilfe von Maschinen erledigt – ohne persönliches Engagement der Mitarbeiter funktioniert die Fabrikation nicht.

Im Obergeschoss fanden sich die Auszubildenden in der Holzmanufaktur wieder. Ausgewähltes Holz wird hier zu Einlegerahmen zusammengesetzt und auch unser Raumsparbett siam sowie das Etagenbett herkules entstehen in diesen Räumen. Auch in der Holzproduktion läuft ohne das Zutun menschlicher Hände nichts. Abgesehen vom Lärm der Sägemaschinen, welche den Informationsfluss von Produktionsleiter zu den Zuhörerinnen etwas beeinträchtigt hat, waren die Damen begeistert.

Schlussendlich gelangte die Gruppe in unseren Showroom. Hier konnten die angehenden Textilgestalterinnen die Produkte „live und in Farbe“ unter die Lupe nehmen, testliegen und sich die letzten offenen Fragen beantworten lassen. Als kleines Erinnerungsstück erhielt jede Teilnehmerin eine, der Jahreszeit entsprechend, wärmende Bettflasche und ein aufblasbares Kissen in Form eines Schmetterlings.

In der nächsten Unterrichtsstunde erhielten die Schülerinnen den Auftrag, einen Brief an Herrn Roth zu formulieren, in dem sie ihr persönliches Feedback mitteilen durften. Das allgemeine Fazit war durchaus positiv: „Es war sehr eindrücklich zu sehen, wie schnell so viele Matratzen hergestellt werden können.“, „Es war interessant zu sehen, dass nicht alles per Roboter hergestellt wird, sondern auch viel Handarbeit dahinter steckt.“. Eine Schülerin war „überrascht darüber, wie gross die ganze Firma ist und wie lange diese bereits im Geschäft ist“. Auch über den Silberanteil mit antibakterieller Wirkung (Silverskin) waren die Schülerinnen erstaunt. Eine Auszubildende schrieb lobende Worte über das roviva-Schmetterlingslogo: „Ihr Schmetterlingslogo gefällt mir wahnsinnig gut… Es hat einen grossen Wiedererkennungswert, den man auf allen Produkten wiederfindet“. Die ungestellte Frage von Natalie möchten wir gerne noch in diesem Abschnitt beantworten. „Wie viele der verwendeten Materialien sind aus der Schweiz?“. Eine genaue Prozentangabe ist hier schlicht unmöglich, der Schweizer Anteil ist in den verschiedenen Produkten sehr unterschiedlich, sowie ist es z.B. beim Material Latex gar nicht möglich, diesen in der Schweiz herzustellen. Aus diesem Grund kann auch ein Produkt, welches Nicht-Schweizerische Materialien enthält, jedoch spezifische Anforderungen erfüllt und in der Schweiz hergestellt wird, als Schweizer Produkt bezeichnet werden. Wir versuchen, wenn immer möglich, Materialien aus der Schweiz zu verarbeiten, damit die Produkte mit gutem Gewissen „swiss made“ sind.

Mehr über den Beruf „WohntextilgestalterIn EFZ“ finden Sie unter diesem Link. Beeindruckend ist es, dass die Schülerinnen der GIBS aus allen Teilen der Deutschschweiz anreisen – einige sogar aus dem Kanton AR mit über zwei Stunden Reisezeit pro Weg. Hut ab vor dieser Leistung.